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Wie funktioniert ...? Eine Petroleumlampe
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Wie funktioniert ...?

Was ist eine Petroleumlampe?

Eine Petroleumlampe ist eine mit Petroleum betrieben Lampe, die Anfang des 19.Jahrhunderts entstand. In unserem Ratgebe finden Sie weiter führende Informationen. Sie können ihn

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Damals um die Wende zum 19.Jahrhundert wurden die ersten Erdölfelder entdeckt und die Menschen wussten zunächst mit diesem Erdöl nichts so richtiges anzufangen außer es zu verbrennen. Nach und nach gelang es durch Raffinierung den Reinheitsgrad des Petroleums so zu erhöhen, dass in Form des Kristall klaren Paraffins nur eine zähflüssige Flüssigkeit übrig blieb, die sich schnell entzünden ließ um dann langsam und bei richtiger Handhabung sehr sicher abzubrennen.

Bis zum Ende des 19.Jahrhunderts nahm die Entwicklung der Petroleumlampe einen sehr rasanten Lauf was vor allem der Erfindung des Kosmosbrenners in Berlin zu verdanken ist. Er war letztlich der Auslöser dafür, dass sich die Menschen mehr und mehr von Kerze und Kienspan hin zur damals äußerst modernen Petroleumlampe wandten. Denn er gab nicht nur ein gleichmäßiges Licht der Kosmosbrenner, er war auch im Vergleich zu anderen damals üblichen Beleuchtungsmethoden sehr sicher, was die Feuerwehr durchaus zu schätzen wusste.

So wundert es nicht wirklich, dass die Petroleumlampe noch zum Beginn des 20.Jahrhunderts alle Lebensbereiche durchdrang und es genauso spezielle maritime Modelle mit kardanischer Aufhängung wie Modelle für die Eisenbahn gab die noch heute in manch Nostalgiewaggon anzutreffen sind.

Erst in den 1920er Jahren begann durch die damals einsetzende rasante Verbreitung der Elektrotechnik die Verdrängung der Petroleumlampe. Trotzdem hat sie auch im Jahre 2013 ihren Reiz und in manch Lebenslagen durchaus ihre Berechtigung wie so manch Kunde mittlerweile mit einem Verweis auf seine Stromrechnung berichtet. Auch schätzen mehr und mehr Kunden die Tatsache, dass man sehr gut mit einer Petroleumlampe heizen kann, was besonders bei diversen Freizeitbeschäftigungen ganz nützlich ist.

Die Kosten für den Betrieb einer Pertroleumlampe sind vergleichsweise sehr gering wie wir auch aus eigener Erfahrung berichten können und eine Petroleumlampe mit einem 6''' (sprich sechs Linien) Brenner oder mehr wirft wahrlich soviel Licht, dass man dabei in Ruhe seine Zeitung lesen kann.

Allerdings werden Petroleumlampe und Öllampe heute oft verwechselt. Daher ist die Frage berechtigt, was eine Petroleumlampe ist? Stecken doch dahinter knallharte physikalische Fakten die im Falle des Falles auch ganz persönliche Konsequenzen haben können. Nämlich spätestens wenn jemand Petroleum und Spiritus verwechselt und demzufolge falsch verwendet, können die Folgen verheerend sein.


Worin besteht der Unterschied zwischen Spiritus, Petroleum und Lampenöl?

Spriritus ist bekanntlich nichts anderes als vergällter Alkohol und dieser als solcher sehr leicht entflammbar und vor allem sehr sehr flüchtig. Letzteres kann man recht einfach selbst ausprobieren. Stellen Sie einfach ein Schnapsglas voller Spiritus außerhalb der Reichweite von Kindern ins freie und beobachten den Spiritus. Sie werden feststellen, dass recht schnell das Schnapsglas leer und vor allem total trocken ist. Der Spiritus ist schlicht weg verdunstet, was ihn auch so gefährlich macht. Wird dieser nicht fachkundig verbrannt kann es zu schnell zu Verbrennungen oder gar Explosionen kommen, weshalb sich auch die Nutzung von Spiritus in einer Petroleumlampe verbietet.

Petroleum, auch Paraffin genannt ist ein aus Kohlenwasserstoffverbindungen bestehendes leichtes Öl. Seine Flüchtigkeit ist gering. D.h. es verfliegt nicht so schnell wie Spiritus.

Lampenöl dagegen kann Bestandteile von Petroleum enthalten, muss es aber nicht. Im Gegensatz zu Petroleum ist es oft zähflüssiger. Wird versehentlich Lampenöl in eine Petroleumlampe gefüllt, dann stellt man oft fest, dass die Petroleumlampe nicht brennt. Die Ursache liegt einfach darin, dass der Docht nicht in der Lage ist, das zähe Lampenöl nach oben zu transportieren, was immer wieder die Frage aufwirft:


Brennt der Docht?

Nein! Der Docht brennt bei keiner Petroleumlampe. Es brennt immer nur das durch den Docht nach oben transportierte Petroleum und zwar immer nur im gasförmigen Zustand. Denn nur Gase können brennen. Wird nämlich der Docht einer Petroleumlampe entzündet passiert folgendes:

  • Das obere Ende des feuchten Dochtes wird kurzzeitig so erhitzt, dass das Petroleum vom flüssigen in den gasförmigen Aggregatzustand wechselt und dieses Gas sich bei erreichen des Flammpunktes entzündet.
  • Durch die Flamme entsteht innerhalb des Dochtes ein Sog, welcher im Tank der Petroleumlampe befindliches Petroleum nach oben transportiert, wo dieses wiederum gasförmig wird und verbrennt.
  • Dieses Spiel wiederholt sich solange, bis der Tank leer ist.
  • Das erklärt auch, warum eine gute Petroleumlampe von allein ausgeht, wenn der Tank leer ist. Faßt man dann den Docht an, dann stellt man fest, er ist total trocken und nicht verbrannt.

Nach gleichem Prinzip arbeiten Docht getriebene Öl-oder Spirituslampen. Der Unterschied besteht lediglich in der Dicke des jeweiligen Dochtes. Kommt es hier zu Verwechslungen sind zwei Extreme möglich:

  • Wird zähflüssiges Lampenöl in eine Petroleumlampe gefüllt, passiert meist gar nichts, weil die Petroleumlampe nicht brennen wird.
  • Wird Spiritus in eine Petroleumlampe eingefüllt, kann diese explodieren. Die Ursache liegt einfach darin, dass Spiritus sehr dünnflüssig ist, demzufolge schneller im Docht als Petroleum nach oben steigt, damit die Flamme heißer als im Normalbetrieb mit Petroleum wird. Verfügt jetzt der Tank nicht über eine hinreichende Wärmeleitung, dann erhitzt sich so der Tank und es kommt zur Explosion, da Spiritus einen wesentlich geringeren Flammpunkt als Petroleum hat.

Deshalb sollten Sie immer darauf achten nie Spiritus in eine Petroleumlampe zu füllen. Ihre Brandschutzversicherung wird Ihnen dies danken!


Wie wird die Lichtleistung einer Petroleumlampe bestimmt?

Die Lichtleistung einer Petroleumlampe wird in HK für das jeweilige Äquivalent Haushaltskerzen angegeben. D.h. eine Petroleumlampe mit einer Lichtleistung von 6HK entspricht der Leuchtkraft von sechs Haushaltskerzen. Einfluss darauf haben die jeweils im Einsatz befindlichen Brenner.


Wie "schaltet" man eine Petroleumlampe richtig ein?

Da eine Petroleumlampe weder einen Schalter hat und man sie auch nicht mit der Maus anklicken kann ist die Frage, wie "schaltet" man sie richtig ein?

Der Docht einer Petroleumlampe ist üblicherweise bei Lieferung trocken, da sich ja kein Petroleum im Tank befindet. Ebenso trocknet der Docht aus, wenn der Tank längere Zeit leer ist. So erreichen uns regelmäßig zur "Petroleumlampensaison" im Herbst Anrufe der Form "Docht brennt nicht". Die Erklärung dafür ist einfach. Ein trockener Docht muss sich erst voll saugen, bevor man ihn entzünden kann.

Dies dauert je nach Docht, seiner Breite und Länge einige Minuten und kann gut und gern auch schon einmal 15 Minuten und mehr dauern. Lassen Sie bitte einfach dem Docht seine Zeit und Sie werden sehen, er wird tadellos seinen Dienst versehen.


Wie "schaltet" man eine Petroleumlampe richtig aus?

Da eine Petroleumlampe weder eine Resettaste noch einen Button zum anklicken hat, ist die Frage berechtigt: Wie bekommt man sie aus? Immer nur durch auspusten. Dazu hält man zweckmäßigerweise die gewölbt Handfläche hintern den Zylinder und pustet dann schräg in die obere Öffnung des Zylinders.

Drehen Sie bitte nie den Docht herunter um die Petroleumlampe "auszuschalten". Dies kann im schlimmsten Falle zur Explosion derselben führen, da Sie nicht kontrollieren können, ob der Docht wirklich nicht mehr brennt. D.h. die Flamme brennt ggf. im verborgenen weiter und ist demzufolge näher am Tank als gewöhnlich.


Wer hat nun eigentlich die Petroleumlampe erfunden?

Die Antwort auf diese Frage ist nicht so einfach. Natürlich war seit altersher bekannt, dass man verschiedenste Öle zu betreiben einer Lampe nutzen kann. Beredtes Beispiel ist die Geschichte von "Aladin und der Wunderlampe".

Ende des 18.Jahrhunderts ist es dann der Schweizer François Pierre Ami Argand, der unter dem Namen Argand Lampe die technische Vorarbeit leistete, die später den Erfolg der Petroleumlampe möglich machen sollte. Als Brennstoff nutzte er pflanzliche Öle. Petroleum war zu dieser Zeit noch nicht bekannt.

Mit der Besiedelung Nordamerikas im 19.Jahrhundert weckte das bspw. um Pennsylvania aus der Erde tretende sogegannte Felsenöl, heute als Erdöl bekannt, zunehmend das Interesse der Menschen. Dieses Felsenöl nannten die Menschen damals Petroleum.

Der deutsche Hersteller von Lampen namens C.H. Stobwasser aus Berlin kam dann der Überlieferung nach im Jahre 1853 auf die Idee, dieses Petroleum als Brennstoff für Lampen zu verwenden. Stobwasser betrieb in der Berliner Wilhelmstrasse 98 eine Lackierfabrik.

Zu dieser Zeit war noch kein Gedanke daran zu verschwende, dass Erdöl einmal Welt umspannend der Brennstoff sein wird, der die weltweite Industrie antreibt. Bekanntlich wurde das Auto erst 1886 erfunden. Die 1870 von John D. Rockefeller gegründete Standard Oil beschäftigte sich zu dieser Zeit mit der Vermarktung von Petroleum zu medizinischen Zwecken.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 09. Dezember 2014 um 12:43 Uhr
 
 

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