Luciafest läutet Rauhnächte ein
Dienstag, den 13. Dezember 2016 um 15:30 Uhr

Das heutige Luciafest läutet die diesjährigen Rauhnächte ein, die nun in Form von zweimal 12 Tagen bis zum 06.Januar 2017 andauern werden. Diese urheidnische Tradition der Rauhnächte wurde im Zuge der Christianisierung Mittel- und Nordeuropas vor rund 1.000 Jahren samt zugehörigen Luciafestes von der Kirche auf Deutsch gesagt geklaut. So wenig wie ein Tannenbaum etwas mit einer Weihnachtskrippe im Nahen Osten zu tun hat, so wenig hat das Lucialied etwas mit dem urheidnischen Luciafest zu tun.

Ist doch Lucia nichts anderes als das Gegenstück zum Mittsommerfest!

Denn Lucia hat eine ganz besondere Rolle! Während seit Mittsommer die Tage Stück für Stück kürzer und die Nächte dementsprechend länger wurden ist nun die Zeit gekommen, wo die Sonne scheinbar am Horizont oder im ganz hohen Norden darunter steht, um sich dann um den 06.Januar herum wieder Tag für Tag ein Stück mehr zu zeigen.

Man kann diese Konstanz des Standes der Sonne übrigens sehr schön selber nachprüfen, wenn man sich die aktuellen Sonnenaufgangs- und Untergangszeiten ansieht. Am Beispiel unserer Kreisstadt NYBRO sieht es dieses Jahr so aus:

Vom 24.12.2016 bis einschließlich 01.01.2017 geht die Sonne täglich um 08:33 auf. Erstmalig am 02.01.2017 beginnt sie der Form zu steigen, dass sie dann um 08:32 aufgeht, am 04.01.2017 um 08:31 usw. usf.

Im Dezember 2016 umgekehrt gleiches Bild. Am 15.12.2016 geht sie um 08:27 auf, am 21.12.2016 um 08:31 um dann eben ab 24.12.2016 konstant bis 01.01.2017 bei 08:33 zu verharren.

Dass nun wieder die Zeit der "konstanten Sonne" nicht mehr ganz so deckungsleich mit dem Kalender ist, das hängt damit zusammen, dass es diesbezüglich immer mal wieder Kalenderreformen gab. Deshalb ist auch der eigentlichen Tag der Sommersonnenwende immer um den 21.Juni herum, aber eben selten genau am 21.Juni.

Was sagen uns nun Lucia und die Rauhnächte?

Beide sagen im Kern nichts anderes, als dass sich jetzt das Jahr zur Ruhe legt und die Zeit der Besinnung für Mutter Natur wie Mensch und Tier gekommen ist. Also genau das Gegenteil von dem, was sich Weihnachtsstress nennt. Diese Rauhnächte dienten nämlich einst dazu, dass die Menschen das alte Jahr Revue passieren liessen und gemeinsam darüber nachdachten, Neues zu vollbringen. Und da nun einmal zu dieser Jahreszeit das Wetter immer sehr rauh ist, ist der Name Rauhnächte selbst erklärend.

Was haben Lucia und Rauhnächte mit Nationalsozialismus zu tun?

Rein gaaar nichts! Und das ist sehr sehr wichtig für alldiejenigen zu wissen, die schon Schnappatmung bekommen, wenn Sie Wort wie Julfest oder gar Lucia samt Rauhnächte hören. Alles drei sind urheidnische Feste, die wie schon gesagt von der Kirche übernommen wurden und heute zu Nordeuropa dazu gehören, wie ein Käse mit Löchern zur Schweiz oder die Weißwurst zu Bayern.

Allerdings ist diesbezüglich anzumerken, dass vor gar nicht allzu langer Zeit auch alle drei Feste in zumindest einem Teile Deutschlands noch begangen wurden, ohne dass die Beteiligten Angst haben mussten, sich bei den Politisch immer Überkorrekten rechtfertigen zu müssen. Denn dieser Heidenglaube war einst auch der Glaube Mitteleuropas wovon u.a. Ehm Welk zu berichten wusste. Ehm Welk ist übrigens nicht derjenige, der die welke Blume erfand :-)

 

 
 

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