Kleine Werkstoffkunde: Was macht Glas so besonders?

Glas ist ein Jahrtausende alter Werkstoff, welcher sehr wahrscheinlich seine ursprünglichen Wurzeln im hohen Norden Europas hat. Bei Grabungen auf dem Areal der Sandby Borg auf der schwedischen Insel fanden Archäologen im Sommer 2016 Reste einer rund 1.600 Jahre alten Glashütte. Wenig später berichtete die schwedische Zeitung Barometern von ebenso alten Glasfunden auf dem Öland gegenüberliegenden Festland nahe HÖGSBY.

Sehr gut möglich dass das Glas so einst über den Seeweg in das alte Rom kam. Sehr gut möglich ebenfalls, dass das Glas schon vor vielen vielen tausend Jahren so seinen Weg aus dem hohen Norden über die Düna, die Waldai Berge und dann stromab via Dnepr und Wolga zum Schwarzen und Kaspischen Meer fand.

Das Besondere an Glas was sicher die Menschen schon immer faszinierte ist seine im Vergleich zu anderen Werkstoffen einfache Herstellung wie Bearbeitung. Besonders ebenfalls im Vergleich zu anderen Werkstoffen dass Glas unbegrenzt haltbar ist wie eben die Funde an der Sandby Borg und bei HÖGSBY zeigen.

Glas kann überall im Universum dann geschmolzen werden, wenn drei Dinge zusammen kommen: Das sind Sand, Asche und Feuer. Mehr braucht man für die Glasherstellung nicht. Ein auf rund 1.000 Grad Celsius erhitztes Sand – Asche Gemisch schmilzt bei diesen Temperaturen zu flüssigem Glas und kann dann in etwas erkaltetem Zustand zwischen 800 und 500 Grad Celsius zu den beliebigsten Formen verarbeitet werden. Dabei sind der Vielfalt absolut keine Grenzen gesetzt.

Das ist es, was das Besondere an Glas ist. Glas hat wie Metall und Metall bisher die viele Jahrtausende alte Menschheitsgeschichte über dauert. Das kann man von anderen Werkstoffen nicht sagen.